Sich gesund Laufen

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Wer sich körperlich bewegt muss sich nicht immer gleich verausgaben.

Laufen stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt die Verdauung an, schult das Gleichgewicht und setzt das Glückshormon Serotonin frei, welches die Stimmung aufhellt.

Die Sonne scheint, es ist warm und noch lange hell. Ein guter Zeitpunkt mit dem Laufen zu beginnen, um die Natur und frische Luft zu genießen, Pfunde purzeln zu lassen und wieder fitter zu werden. Es gibt so viele Gründe, mit dem Laufen anzufangen. Und dennoch fangen viele nicht an oder brechen das Laufen nach kurzer Zeit ab. Die meisten Menschen laufen zu schnell und übernehmen sich. Natürlich bringt ein abwechslungsreiches Training mit Intervallen, Sprints und Tempowechseln den Vorteil einer schnelleren Leistungssteigerung bei einem vorgegebenen Ziel. Dennoch ist moderates Laufen im sogenannten Wohlfühltempo immer noch gesünder für das Herz-Kreislauf-System.

Runner’s high für jeden

Ob das Tempo richtig gewählt ist, zeigt der Puls und die Atmung. Man sollte sich noch locker unterhalten können. Der lockere Lauf liegt bei einem Puls von 60-70% der maximalen Herzfrequenz, ein zügiges Tempo bei 70-80%. Dabei sind zwei bis drei Läufe pro Woche empfehlenswert. Je langsamer, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein flow, auch runner’s high genannt, einstellt. Es ist ein Zustand im Bereich zwischen Überforderung und Langeweile (Unterforderung), einem Tätigkeitsrausch im Gleichgewicht von Anforderung und Fähigkeit diese zu meistern.
Und wem das Laufen aufgrund Übergewicht oder Gelenkproblemen nicht möglich ist, kann seinen Körper durch zügiges Gehen trainieren. Ob die Füße wie beim Laufen kurz in der Luft sind oder nicht, ist dem Körper egal. Hauptsache der Trainingsreiz wird gesetzt, d.h. der Puls kommt hoch und die Atmung wird aktiviert.
Wählen Sie schöne, abwechslungsreiche Strecken und genießen die Natur alleine oder im Laufgespräch mit Laufpartnern. Auch Musik kann motivierend wirken, lenkt allerdings von der Umwelt ab (Verkehr beachten).

Erholung durch Rhythmus

Lassen Sie also zu, dass sich alles ein wenig langsamer dreht – auch Sie selbst. Tanken Sie Energie auf beim Lauf. Nur Vollgas geben bringt einem auch im Lauf nicht weiter. Es schüttet zwar rauschartige Stresshormone aus wie Adrenalin und Noradrenalin und können Stress verstärken, wenn im Anschluss an das Training keine Ruhephase folgen kann.  sowie Endocannabinoide, einer körpereigenen Substanz, welche ähnlich wie Cannabis den Menschen bei sportlicher Aktivität in einen rauschhaften Zustand versetzt, d.h. das Wohlbefinden steigert und zugleich Schmerzen und Ängste unterdrückt.
Die Psyche profitiert nach neuesten Studien anscheinend von den gleichbleibenden, also rhythmischen Bewegungen des Laufens. Der Effekt gleicht der EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), dass das Gehirn sich neu sortieren kann und negative Erlebnise als Vergangenes quasi ad acta gelegt werden können.

 

Monika Müller

buttonMonika Müller - Praxis für Naturheilkunde und Bewegung

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