Gelungene Kommunikation zum Fest

konflikteStille Nacht, heilige Nacht?
Konflikte zu Weihnachten vermeiden und lösen.

Für viele ist Weihnachten das Highlight des Jahres, an dem alles so harmonisch und perfekt laufen soll, wie wir es aus Film und Werbung kennen.

Doch meist kommt es alle Jahre wieder genau deshalb zu Streit und Auseinandersetzungen unter dem Weihnachtsbaum. Allseits hohe Erwartungen und Vorbereitungsstress in der Weihnachtzeit sind bereits die Vorboten für ein heranziehendes Gewitter. Wenn dann am Heiligen Abend noch Nörgeleien, spitze Bemerkungen, Vorwürfe und Unzufriedenheit die Atmosphäre weiter aufladen, dauert es wahrscheinlich nicht allzu lange, bis es richtig kracht.

Viele Menschen halten ihre Gefühle dann zurück, um die "Harmonie" nicht zu stören.
Doch auch die unterschwelligen Spannungen sind nicht gesund und können so manchem "auf den Magen schlagen" oder "an die Nieren gehen".

Sprechen Sie die Dinge, die Sie stören, klar und deutlich und vor allem rechtzeitig an, um aufgestaute Emotionen zu vermeiden, denn: Wie wir miteinander umgehen, beeinflusst unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden!

 

komet kommunikation1. Dinge rechtzeitig ansprechen
Schlucken Sie Ihr Unbehagen nicht runter, sondern sprechen Sie es direkt an.
Am besten kann mein Gegenüber meine Kritik nachvollziehen, wenn ich sie zeitnah formuliere. Alles was länger zurückliegt, ist für den anderen schwer zu verstehen.

 

2. Konkrete Beispiele anstatt Verallgemeinerungen
Begriffe wie nie, immer, ständig sind Reizworte, die bei unserem Gesprächspartner Gegenwehr und Rechtfertigung auslösen: „Immer musst du mich unterbrechen!“
Machen Sie Ihrem Gesprächspartner deutlich wann das kritisierte Verhalten gezeigt wurde. Geben Sie ihm konkrete Beispiele.

 

3. Keine Pauschalkritik
Manchmal wenn wir Menschen kritisieren, geraten wir in einen regelrechten Kritikwahn und lassen zum Schluss kein gutes Haar mehr am anderen.
„Du hast noch nie wirklich Verantwortung übernommen und außerdem quatscht du einem ständig dazwischen und was ich dir schon immer sagen wollte ... und die anderen sehen das auch so. “
Formulieren Sie Ihre Kritikpunkte so, dass sie der Gesprächspartner verarbeiten kann. Ein bis zwei Kritikpunkte sind annehmbar, alles darüber hinaus ist schwer zu verarbeiten.

 

4. Nicht nur negatives Feedback geben
Es ist selten, dass wir uns für positive Kritik Zeit nehmen und dem anderen ausführlich mitteilen, was uns gefallen hat.
Gewöhnen Sie sich an auch positive Kritik zu äußern, dann ist der Gesprächspartner auch bereit zuzuhören, wenn die Kritik einmal negativ ausfällt.

 

5. Aus der "Ich" Sicht sprechen
Um sich bei einem Kritikgespräch aus der Verantwortung zu stehlen, verwenden einige Gesprächspartner allgemeine Äußerungen.
Sprechen Sie für sich. Machen Sie deutlich, was Ihnen wichtig ist, was Sie sich  zukünftig wünschen oder erwarten und welche Stellung Sie zu dem jeweiligen Problem beziehen.  

 

6. Emotionen akzeptieren
Es kann vorkommen, dass Ihr Gesprächspartner nach Ihrer Rückmeldung seinen Gefühlen (Frust, Ärger, Enttäuschung, Widerstand, Wut ...) Luft machen wird.
Akzeptieren Sie diese emotionalen Äußerungen zunächst, hören Sie zu und fragen gegebenenfalls noch einmal nach. Sehr oft wird Kritik erst dann verarbeitet, wenn die Emotionen sich gelegt haben.

 

Helga Beulshausen, Kommunikationspsychologin

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