Beinwell

© unpict - Fotolia.comEin Kraut zur Behandlung von Verletzungen

Beinwellzubereitungen wirken entzündungshemmend, wundheilungsfördernd und reizmildernd. Umschlagpasten und Salben werden zur Behandlung von Sportverletzungen (Blutergüsse, Prellungen, Verstauchungen), Knochenhauterkrankungen, Venenentzündungen und rheumatischen Gelenkerkrankungen angewendet.

 

Auch die Volksheilkunde schätzt den Beinwell sehr und nutzt Umschläge bei schlecht heilenden Wunden, offenen Beinen und Geschwüren. Doch Vorsicht: Die Pflanze ist schwach giftig, auf die innerliche Anwendung muss verzichtet werden. Äußerlich darf Beinwell nur bei intakter Haut angewendet werden.

 

Pflanzenwuchs

 

Der Beinwell ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse und wächst in den gemäßigten Zonen auf nassen Wiesen und an Gräben. Die Pflanze wächst buschig, treibt Ausläufer und wird 90 bis 100 cm hoch. Aus der fleischigen Pfahlwurzel treiben zunächst Blattrosetten mit den typischen Blättern. Sie sind groß, lanzettlich, borstig behaart und dunkelgrün.

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Im Sommer erscheinen die rotviolettfarbenen Röhrenblüten, die in aufrechten Trauben stehen.  Zum gesunden Wachstum bevorzugt Beinwell feuchte Böden mit hohem Nährstoffgehalt in sonniger bis halbschattiger Lage. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat im Frühjahr oder Wurzelteilung im Herbst. Im Frühjahr, vor der Blüte, können die frischen Blätter geerntet werden und die Wurzeln im Herbst.

 

Geschichte

Bereits der griechische Arzt Dioskurides nutzte Beinwell zur Behandlung von Knochenbrüchen und Verletzungen und so ist es kein Wunder, dass der Gattungsname  des Krautes auf das griechische symphyein (zusammenwachsen) zurückzuführen ist. In unserem Kulturkreis ist die Pflanze eng mit der Heilkunde der Hildegard von Bingen verbunden. Sie empfahl die Pflanze zur Heilung von Wunden und Knochenbrüchen. Allerdings war sich Hildegard schon der Giftigkeit der Pflanze bewusst und sie warnt vor der innerlichen Anwendung des Krautes. Doch bald gerieten die Kenntnisse um die heilenden Kräfte des Beinwells in Vergessenheit. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Wirkung des Beinwells neu bestätigt.

 

Burkhard Bohne

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