Engelwurz

EngelwurzEin  Riese im Kräutergarten

Heute sind die Wurzeln der Engelwurz Bestandteil von Teemischungen gegen Magen- und Darmstörungen. Das ätherische Öl kann für Kreislaufbäder verwendet werden und ist Bestandteil von Einreibemitteln gegen rheumatische Beschwerden. Frische Blätter und Blattstiele werden zum Würzen von Suppen, Saucen und Salaten verwendet.

Getrocknete Wurzeln sind ein aromatisches Gewürz oder auch Rohstoff zum Herstellen von Bitterschnäpsen.

Vorsicht im Umgang mit der Pflanze, phototoxische Substanzen können in Verbindung mit Sonnenlicht Verbrennungen auf der Haut erzeugen.

 

Pflanzenwuchs

Die Engelwurz ist eine imposante 2-jährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütengewächse mit großen, hellgrünen, mehrfach gefiederten Blättern. Die weißen Blüten erscheinen im Sommer des zweiten Jahres und stehen in großen Dolden auf bis zu 250 cm hohen, im oberen Teil verzweigten Blütenständen. Nach dem Ausreifen der Früchte sät sich die Pflanze aus und stirbt ab.

 

© Burkhard BohneEngelwurz bevorzugt nahrhafte, durchlässige, feuchte Böden und gedeiht auch an halbschattigen Standorten. Ausgesät wird im Herbst im Freiland, die Keimung erfolgt im nächsten Frühjahr. Wegen ihrer stattlichen Größe muss Engelwurz auf einen großen Endabstand gepflanzt werden. Während des ganzen Sommers können frische Blätter und Blattstiele geerntet werden, im Herbst die Früchte und Wurzeln.

 

Geschichte

Engelwurz ist eine uralte Heil- und Zauberpflanze und stammt aus dem hohen Norden. Der Legende nach brachte der Erzengel Raphael, zuständig für himmlische Heilung, die Engelwurz einem Mönch zur Heilung, doch diese Geschichte fällt in den Bereich der Mythologie. Im Mittelalter war die Pflanze Hauptbestandteil verschiedener Verjüngungselixiere und galt als auch Mittel gegen angezauberte Impotenz. Engelwurz wurde Bestandteil des berühmten Theriaks, eines Wundermittels aus wenigstens 60 verschiedenen Kräutern, das im Mittelalter als Allheilmittel und manchmal auch als Mittel gegen die Pest galt. Basierend auf diesem alten Wissen, ist bis heute die Verwendung von Schwedenkräutern bekannt.

 

Burkhard Bohne

Fotos: istockphoto.com