Koriander

© silencefoto - Fotolia.comEin uraltes Gewürz

Die reifen, getrockneten Korianderfrüchte enthalten als Wirkstoff in erster Linie ätherisches Öl und werden heute oft als Gewürz verwendet. Sie werden ganz oder gemahlen zum Würzen von Lebkuchen, Soßen und Gemüse verwendet. Getrocknete Korianderblätter sind Bestandteil zahlreicher asiatischer Gewürzmischungen und frische Blätter dürfen dort bei der Zubereitung von Fisch nicht fehlen.

 

Pflanzenwuchs

Koriander ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütengewächse und stammt ursprünglich aus den Gebirgen des östlichen Mittelmeerraums. Aus einer dünnen, spindelförmigen Pfahlwurzel treibt zunächst eine Rosette mit dreilappigen, gekerbten grünen Blättern, die streng nach Wanzen riechen. Im Juni/Juli treiben 50-70 cm hohe Blütenstängel mit den weißen, in Dolden stehenden Blüten und fiederteiligen Blättern.

 

© Burkhard BohneDie aromatischen Früchte sind braune, kugelige Spaltfrüchte.  Als Pflanze des Mittelmeerraums bevorzugt Koriander gut durchlässige, warme Gartenböden und eine sonnig Lage. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr durch Direktaussaat in den schon erwärmten Boden. Während des Wachstums der Pflanzen ist Staunässe unbedingt zu vermeiden. Frische Blätter können laufend geerntet werden, die Früchte kurz vor der Vollreife.

 

Geschichte

Koriander zählt zu den ältesten uns bekannten Gewürzen und wird seit vielen Jahrtausenden angebaut. Schriften wie das Alte Testament, das ägyptische Papyrus Ebers und auch chinesische und indische Medizinbücher zeugen von der großen Bedeutung dieser wunderbaren Pflanze. Auch die Römer zählten Koriander zu den allerwichtigsten Gewürzen, zahlreiche Kochrezepte aus dem Kochbuch des Apicius zeugen davon. Der große römische Arzt Plinius beschrieb den Koriander als Heilmittel und nutzte die Früchte bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen, Geschwüren und Ausfluss. Die Römer waren es auch, die das Kraut nach Mitteleuropa brachten. Hier wurde er  zur Bekämpfung von Läusen und Flöhen genutzt, galt aber auch als Aphrodisiakum und war häufig Bestandteil von Liebestränken.

 

Burkhard Bohne

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