Mutterkraut

© emer - Fotolia.comDie Medizin für Frauen

Die Volksheilkunde verwendet heute den Tee innerlich bei Menstruationsbeschwerden und bei Verdauungsstörungen sowie äußerlich zur Wundheilung bei Quetschungen und Schwellungen. Neuerdings werden Extrakte der Pflanze zur vorbeugenden Migränebehandlung eingesetzt und sind als Antidepressiva im Gespräch. Doch es ist auch Vorsicht geboten: Die Berührung der Pflanze kann allergische Reaktionen auslösen.

Außerdem darf Mutterkraut nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.

 

Pflanzenwuchs

Mutterkraut ist eine 60 bis 80 cm hohe Staude aus der Familie der Korbblütengewächse. Die gefiederten Blätter sind grob gezähnt, sattgrün und stark aromatisch. Die Korbblüten der ungefüllten Form der Pflanze sind weiß, mit gelbem Auge, die Blüten der gefüllten Form weiß. Sie stehen in Doldenrispen und erscheinen von Juni bis August.

 

© Burkhard BohneMutterkraut ist eine äußerst genügsame Pflanze und bevorzugt durchlässige Böden mit normalem bis hohem Nährstoffgehalt und einen sonnigen Standort. Die  Aussaat erfolgt im Frühjahr in Töpfe oder direkt in das Beet. Am geeigneten Standort kann die Pflanze über mehrere Jahre wachsen. Die Wildform neigt zur Selbstaussaat und sollte daher gleich nach der Blüte geschnitten werden. Geerntet werden Blätter und Blüten im Sommer.

 

Geschichte

Das Mutterkraut stammt ursprünglich aus Kleinasien und gelangte vor etwa 2500 Jahren nach Griechenland. Das Kraut wurde dort der Göttin Athene geweiht und seine Heilwirkung erstmals beschrieben. Seither galten unterschiedlichste Zubereitungen der Pflanze als Medizin der Frauen. Mutterkraut wurde als frisches Kraut verwendet oder in Wein, Essig oder Öl gesotten. Es war Wehenmittel, förderte die Menstruation und den Wochenfluss nach der Geburt. In der mittelalterlichen Heilkunde, besonders in der Zeit der Hildegard von Bingen, wurde das Kraut gegen Gebärmutterleiden und erstmals auch gegen Kopfschmerzen und Melancholie eingesetzt. Mutterkraut wurde in vielen Gärten als Heil- und Zierpflanze angebaut und geriet später langsam in Vergessenheit.

 

Burkhard Bohne

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