Thymian

ThymianDie Tränen der schönen Helena

Wegen seiner appetitanregenden, krampflösenden, verdauungsfördernden und desinfizierenden Wirkung wird Thymian von der pharmazeutischen Industrie heute häufig als Bestandteil von Erkältungstees, Hustenmittel, Mundwässern, Salben und Badezusätzen verwendet.

 

Auch in der Küche ist Thymian in verschiedenen Arten und Sorten ein beliebtes Gewürz und wirkt verdauungsfördernd bei fetten Speisen.

 

Pflanzenwuchs

Der Echte Thymian ist ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütengewächse und stammt aus dem Mittelmeerraum. Er bildet Polster, wird 10 bis 40 cm hoch und ist im unteren Bereich verholzend. Die kleinen Blätter sind dunkelgrün, rundlich bis eiförmig und unterseits filzig behaart. Im Juni erscheinen lilarosa bis weiße Lippenblüten, die in Ähren stehen. Zum gesunden Wachstum benötigt Thymian durchlässige, kalkhaltige Böden in warmer, sonniger Lage. Die Pflanze wird in der Regel durch Aussaat, manchmal durch Stecklinge, vermehrt.

 

© Burkhard Bohne Da die Jungpflanzen recht langsam wachsen, ist eine Vorkultur ab März unter Glas sinnvoll. Thymian bleibt über viele Jahre am Standort und benötigt mit zunehmendem Alter etwas Winterschutz. Bei Bedarf können frische Triebe und Blätter geerntet werden und zum Anlegen von Wintervorräten wird zur Blütezeit das ganze Kraut geschnitten, gebündelt und getrocknet.

 

 

Geschichte

Der Echte Thymian ist eine uralte Heilpflanze, deren Verwendung sich bis zu den Sumerern Mesopotamiens zurück verfolgen lässt. Die griechische Mythologie besagt, dass es sich bei dieser Pflanze um die Tränen der schönen Helena handelt und sprach dem Thymian magische Kräfte zu. So wurde das Kraut häufig zum Räuchern in Tempeln verwendet, um die Umgebung atmosphärisch zu reinigen. Griechen und Römern war aber auch die Heilkraft des Thymians bekannt und  Thymian wurde bei Asthma und Husten verwendet. Durch kräuterkundige Benediktinermönche kam der Echte Thymian nach Mitteleuropa und wurde erst in Kloster- und später auch in Bauerngärten angebaut. Mittelalterliche Kräuterbücher empfahlen Thymian bei Husten, Magen- und Darmproblemen und bei schlecht heilenden Wunden.

 

Burkhard Bohne

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